Unsere Unfähigkeit zur Perfektion ist nicht gleichbedeutend mit Versagen.
Ein wunderbarer Satz. Und ein sehr notwendiger Satz, weil er so wahr ist.
Als ich ihn in einem Stackexchange-Thread gelesen habe, ist er sehr eindringlich in meinem Kopf hängengeblieben. Darum möchte ich ich ihn heute für Euch wiederholen. Denn obwohl wir diesen Rat natürlich alle wissen, neigen wir doch auch alle dazu, ihn ab und zu zu vegessen.
Fehler sind Teil jeder Unternehmung
Da wir Fehler also nicht vermeiden können, ist die verbleibende Frage ja nur noch, wie wir mit ihnen umgehen. Die Antwort ist schlicht: nehmt Eure Fehler an. Macht es sogar zu einer bewußten Übung, besser darin zu werden, Eure Fehler anzunehmen. Und macht es umgekehrt Euren Mitarbeitern leicht, ihre eigenen Fehler anzunehmen.
Es gibt an sich nur zwei Dinge zu tun:
- Kommuniziert den Fehler an alle, für die er von Belang ist
- Analysiert den Fehler, um herauszufinden, ob er ein Hinweis ist, Dinge zu verändern
Kommunizieren
Informiere Deine Benutzer über den Fehler, sofern sie davon betroffen sein können.
Informiere Deine Mitarbeiter über den Fehler, so daß sie sich nicht versehentlich auf Deinen fehlerhaften Code verlassen, oder (noch schlimmer) sein fehlerhaftes Verhalten als Norm erwarten.
Trage das Problem in den Bugtracker ein, so daß es einen zentralen Ort gibt, an dem er und auch seine Lösung erfaßt sind und diskutiert werden können.
Es mag dem Ego einen kleinen Stich geben, einen Fehler zuzugeben. Aber wie groß ist im Gegenzu der Respekt, der jemandem engegengebracht wird, der ganz selbstverständlich und professionell das offensichtliche einräumt (nämlic hseine eigene Fehlbarkeit), und dann sachlich und prodfessionell das Notewendige tut, um das Problem zu beseitigen.
In der Tat hörten sich die besten Entwickler, die ich kennengelernt habe, Fehlerberichte stets nicht nur entspannt und selbstsicher an. Mehr noch, sie waren aufrichtg dankbar, daß man einen Fehler gefunden und ihnen mitgeteilt hatte.
Analysieren
Es werden sich immer Fehler in unsere Unternehmungen einschleichen. Immer.
Was sagt Dir also das aktuelle Problem? Handelt es sich um einen schlichten Tippfehler? Oder ist es eine kapitale Schwäche der Architektur? Wie oft passieren solche Fehler? Und wie wurde der Felher eigentlich entdeckt?
Wenn es z.B. nur ein Tippfehler war, und man hat ihn wärend des Korrekturlesens gefunden: alles prima. Du hast einen Prozeß, um solche Fehler zu entdecken, und Du hast gerade bewiesen, daß er funktioniert.
Oder war es ein Defekt, der sich durch Deine gesamte Qualitätssicherung gemogelt hat, und der Kunde hat ihn entdeckt? Immer noch alles prima – manchmal passiert das, egal wie viel Mühe man sich gibt. Aber wenn es unangenehm oft passiert, mag es doch ein Zeichen sein, die QS-Prozesse nochmal zu überdenken.